Zukunftsort: Alte Molkerei
Die denkmalgeschützte Alte Molkerei in Klütz ist weit mehr als nur ein historisches Gebäude. Als lebendiger Treffpunkt für Visionär:innen, Kreative und engagierte Bürger:innen hat sie das Potenzial, zum Leuchtturmprojekt in der Region zu werden. Bereits beim ersten Workshop im November 2024 spürte man die Begeisterung aller Beteiligten: Über 80 Teilnehmende entwickelten Ideen, um die besondere Geschichte der Alten Molkerei zu bewahren und zugleich Raum für zukunftsweisende Projekte zu schaffen.
Während die Emotionen zum Ort – von persönlichen Kindheitserinnerungen bis hin zu prägenden Erlebnissen aus der DDR-Zeit – die tiefe Verbundenheit widerspiegelten, kristallisierten sich auch konkrete Nutzungsmöglichkeiten heraus: Ob Kreativräume, Veranstaltungsflächen oder Bildungsangebote – das Potenzial dieses Ortes ist enorm. Gemeinsam setzten sich die Anwesenden für ein breites Spektrum an Angeboten ein, damit alle Generationen etwas davon haben. Ein zentrales Anliegen war, die Molkerei zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs zu machen, an dem die bewegte Vergangenheit als Alleinstellungsmerkmal erhalten bleibt.
Mit diesem Grundstein im Gepäck ging es Anfang 2025 weiter: Eine Kernarbeitsgruppe widmete sich der Frage, wie man die entstandene Aufbruchsstimmung in eine stabile, nachhaltige Projektstruktur überführt. Dabei standen Werte wie Begegnung, Vielfalt, Demokratie, Nachhaltigkeit und Kreativwirtschaft im Mittelpunkt. Sie dienen nicht nur als theoretisches Fundament, sondern fließen aktiv in die Entscheidungsfindung ein – ob beim Formulieren von Projektzielen, der Finanzierung oder der öffentlichen Wahrnehmung.
Um die Arbeit konkret zu gestalten, wurden mehrere Arbeitsgruppen gegründet: Die Bereiche Kommunikation & PR, Koordination, Rechtsform & Finanzen, Nutzungskonzept sowie Bau & Geschichte schaffen klare Verantwortlichkeiten. Gleichzeitig bleibt Raum für kreative Ideen, die sich organisch entwickeln dürfen. Wichtig ist dabei, die ehrenamtliche Energie langfristig zu erhalten. Klare Kommunikationswege und das Bewusstsein für unterschiedliche Arbeits- und Kommunikationstypen (DISG-Modell) stärken die Zusammenarbeit. Wer versteht, wie Teams sich entwickeln (Tuckman-Modell), kann Konflikte bewusster angehen und den Enthusiasmus beibehalten.
So entsteht Stück für Stück eine Projektkultur, in der jede:r willkommen ist, das eigene Können einzubringen – von architektonischem Fachwissen bis hin zu ehrenamtlichem Engagement. Die Alte Molkerei soll ein Ort werden, der von der Gemeinschaft für die Gemeinschaft lebt. Ob als Veranstaltungsstätte, Ausstellungsort oder Treffpunkt für Initiativen: Die Möglichkeiten sind so vielfältig wie die Menschen, die daran mitarbeiten.
Noch ist nicht alles perfekt, doch genau diese Offenheit zeichnet den Prozess aus. Schritt für Schritt wird ein solidarisches Konzept entwickelt, das Geschichte und Zukunft fest miteinander verknüpft. Das Ergebnis ist ein wachsender Raum für Begegnung, Kultur und Innovation – und damit eine Einladung an alle, sich an diesem Projekt zu beteiligen und die Alte Molkerei in Klütz mit Leben zu füllen.
